RAUMSCHIFFE AUS BETON
12. NOVEMBER 2026, KORALLE, EINTRITT FREI
ICH WILL DABEI SEIN

Spomenik: Raumschiffe aus Beton. Ein Reisebericht aus Ex-Jugoslawien von Andreas Krause, Donnerstag, 12. November 2026, Koralle, Eintritt frei.

REISEBERICHT AUS EX-JUGOSLAWIEN

SPOMENIK

Das Denkmal von Podgarić in Kroatien, zwei Betonflügel um eine runde Metallscheibe
DONNERSTAG, 12. NOVEMBER 2026 RAUMSCHIFFE

EINTRITT FREI, KORALLE, ROTHENBURGER STR. 30, 01099 DRESDEN, EINLASS 18 BIS 19 UHR

Worum es an diesem Abend gehtIch zeige Fotos und einen Film von einer Reise zu den Spomeniks, den abstrakten Betondenkmälern Jugoslawiens. Was sie sind, warum sie so aussehen und wie es dort heute aussieht.

Jugoslawien baute Tausende solcher Denkmäler. Zu den meisten kommt heute niemand mehr.

Kein Soldat auf einem Pferd, kein Gesicht, kein Name eines Generals. Stattdessen Beton in Formen, für die es keine Vorbilder gibt, zwanzig Meter breit, auf Hügeln, an Flüssen, mitten im Wald …

Mehr zur Geschichte

Das war Absicht. Serben, Kroaten, Bosnier, Slowenen und Mazedonier sollten sich darin gleichermaßen wiederfinden, und nach Moskau sollte es auf keinen Fall aussehen. Also wurden sie abstrakt.

Gebaut hat man sie dort, wo gekämpft und gestorben wurde. Im bosnischen Tjentište stehen zwei Betonflügel, die auseinanderklaffen und den Blick ins Tal freigeben. Darunter liegen rund dreitausend Partisanen, die 1943 die Schlacht an der Sutjeska nicht überlebten. 1 Eine steinerne Blume, so hoch wie ein Wohnhaus, steht auf dem Gelände von Jasenovac, dem größten Konzentrationslager des kroatischen Ustascha-Regimes. Die Gedenkstätte dort nennt über 83.000 namentlich bekannte Opfer. 2 Und zu einem Betonzylinder aus zwanzig Rippen, mitten im Wald auf der Kozara, kamen damals bis zu einer Million Besucher im Jahr. 3

Dann zerfiel das Land, und seine Denkmäler wurden unbequem. Allein in Kroatien standen 1990 noch rund sechstausend davon, etwa die Hälfte ist seitdem zerstört oder verfallen. 4 Manche wurden in den Kriegen der neunziger Jahre gesprengt, teils durch Einheiten der eigenen Armee. Andere wurden abmontiert und als Altmetall verkauft. Den Rest holt sich der Wald zurück.

Im Sommer bin ich mit dem Bus losgefahren, um sie zu sehen, solange sie noch stehen. Genau das will ich an diesem Abend weitergeben, bevor noch mehr davon verschwindet. Am 12. November zeige ich, was daraus geworden ist: Fotos, Geschichten und einen Film, den vorher niemand gesehen hat.

ICH WILL DABEI SEIN

Eintritt frei, die Platzzahl ist begrenzt. Wer auf der Liste steht, kommt zuerst rein.

4.900
KILOMETER
11
TAGE UNTERWEGS
12
LÄNDER
16
BESUCHTE ORTE
180
MINUTEN DROHNENMATERIAL
3
MINUTEN FILM

Von 180 Minuten Drohnenmaterial sind drei übrig geblieben. Exklusive Premiere am 12. November in der Koralle.

Vier von vielen

Eine Auswahl aus den Denkmälern dieser Reise, damit klar wird, worum es geht. Alle anderen gibt es am 12. November zu sehen.

Tjentište, das Sutjeska-Denkmal im Nebel Podgarić, das Denkmal der Revolution von Moslavina Kruševo, das Ilinden-Denkmal, genannt Makedonium Kosmaj, das Denkmal für die gefallenen Partisanen

01 · TJENTIŠTE

Denkmal der Schlacht an der Sutjeska, 1971

Entworfen von Miodrag Živković, 19 Meter hoch und 25 Meter breit. Die beiden Hälften stehen für den Durchbruch der eingekesselten Partisanen im Juni 1943. In der Krypta darunter liegen die Gebeine von über dreitausend Gefallenen.

02 · PODGARIĆ

Denkmal der Revolution des Volkes von Moslavina, 1967

Von Dušan Džamonja, 10 Meter hoch und 20 Meter breit. Zwei asymmetrische Flügel um eine stilisierte Sonne aus Aluminiumplatten. Eingeweiht hat es Josip Broz Tito, der Jugoslawien von 1945 bis zu seinem Tod 1980 regierte.

03 · KRUŠEVO

Ilinden-Denkmal, genannt Makedonium, 1974

Eine weiße Betonkuppel von Jordan und Iskra Grabul, 34 Meter breit, mit zwölf Auswüchsen, in denen Buntglasfenster sitzen. Je nach Blickwinkel eine Seemine, ein Virus oder ein gelandetes Raumschiff. Innen liegt ein einziger runder Raum, darin das Grab des Mannes, der den Aufstand von 1903 anführte. Abgebildet war das Denkmal auf der größten Banknote des Landes.

04 · KOSMAJ

Denkmal für die Kosmaj-Abteilung, 1971

Von Vojin Stojić und Gradimir Medaković. Fünf Betonflügel, jeder 30 Meter hoch, für die gefallenen Partisanen der Region südlich von Belgrad. Eröffnet am 2. Juli 1971, dreißig Jahre nach Gründung der Abteilung auf diesem Hügel.

Der Abend

18:00

FOTOAUSSTELLUNG

Aufnahmen der besuchten Denkmäler, verteilt in der ganzen Koralle. Einlass ist bis 19 Uhr. Die Platzzahl ist begrenzt: Wer auf der Liste steht, kommt zuerst rein, alle anderen am besten früh.

19:15

BILDERVORTRAG

Eine Stunde quer durch Ex-Jugoslawien, entlang der Route, mit Fotos, Videos, Geschichten und allem, was auf so einer Reise schiefgehen kann.

danach

FILMPREMIERE

Drei Minuten, in denen alles steckt: 4.900 Kilometer, elf Tage und 180 Minuten Drohnenmaterial, eingedampft auf die besten Aufnahmen der Reise. Gesehen hat den Film vorher niemand. Danach gibt es entspannte Musik und Zeit für Fragen, der ganze Abend dauert etwa zwei Stunden.

TERMIN
Donnerstag, 12. November 2026Einlass 18 bis 19 Uhr
ORT
KoralleRothenburger Straße 30, 01099 Dresden
EINTRITT
FreiPlatzzahl begrenzt, Eingetragene kommen zuerst rein
TERMIN IN DEN KALENDER

Über mich

INSTAGRAM

@_andreaskrause

Fotografie und Reisen, mal aus der Luft, mal vom Boden.

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Ich bin Andreas, wohne in Dresden und mache seit 2000 Musik, seit 2014 Filme. Dazwischen acht Jahre in einer Dresdner Nachrichtenredaktion, vom Videoproducer bis zum Executive Producer für die reichweitenstärksten Social-Media-Formate des Hauses.

Privat sammle ich die höchsten Berge Europas, einen pro Land, und baue mir die Fahrzeuge dafür selbst aus, gerade den dritten Campervan. Die Themen sind oft ernst, der Ton bleibt meistens locker.

Mehr über mich

Angefangen hat die Gipfelsache mit einem Opel Astra und einem Dachzelt. Meinen Geburtstag habe ich mal im Krater des Pico verbracht, dem höchsten Berg Portugals, auf den Azoren mitten im Atlantik, auf 2200 Metern bei minus fünf Grad. Extrembergsteiger bin ich trotzdem keiner, ich nehme lieber den bequemsten Weg nach oben.

Dazu Dinge wie die Fahrt in 48 Stunden ans Nordkap, mit dem Tesla und ohne eigenes Geld, finanziert über Spenden. Auf dem zweiten Kanal, „Der faule Wanderer“, läuft das Ganze deutlich weniger ernst: Gipfeltouren, Wanderungen und was dabei schiefgeht.

Aus meinen filmischen Arbeiten. Der Spomenik-Film ist nicht dabei, den gibt es nur im Vortrag zu sehen.

Filmbeispiel. Beim Klick wird das Video von YouTube geladen, dabei wird Deine IP-Adresse dorthin übertragen.

Vorab

Dražgoše in Slowenien am Abend. Ein Plattenweg führt durch frisch gepflanzte Bäume auf das Denkmal zu, das offen auf der Hügelkuppe steht. Der Betonwürfel von Ilirska Bistrica an einem nebligen Morgen. Die Säulen sehen aus, als wären sie aus dem Block herausgeschmolzen. Die Steinblume von Jasenovac auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Der Himmel ist rosa und orange, die Blume spiegelt sich im Teich davor. Das Denkmal von Podgarić mit seinen zwei Betonflügeln spiegelt sich in einer Pfütze auf einer Gedenktafel. Der Turm auf der Mrakovica im Kozara-Gebirge, eingerahmt von Tannen. Viele gerippte Betonsäulen treffen sich an einem schmalen Spalt in der Mitte. Das Denkmal von Tjentište am frühen Morgen. Zwei zerklüftete Betonhälften stehen auf einer Wiese vor einem dunklen Waldhang, darüber leuchtet ein felsiger Gipfel in der Sonne. Das Makedonium in Kruševo, eine weiße Betonkuppel mit runden Fenstern Das Kosmaj-Denkmal bei Belgrad im Gegenlicht, fünf spitze Betonflügel

Aus dem Film gibt es vorher nichts zu sehen, und ins Netz kommt er auch danach nicht. Die Luftaufnahmen laufen am 12. November zum ersten Mal, danach nur bei den nächsten Vorträgen.

Anfahrt und Abend

HINKOMMEN

Koralle, Rothenburger Straße 30, 01099 Dresden, eine Minute vom Assi-Eck entfernt. Mit der Straßenbahn 6, 11 oder 13 bis Bautzner/Rothenburger Straße, vom Bahnhof Neustadt sind es rund zehn Minuten zu Fuß. Parkplätze in der Neustadt sind abends knapp, mit dem Rad oder der Bahn ist man schneller da.

GETRÄNKE

Für Bier ist gesorgt, der Vorrat ist aber begrenzt. Bringt Euch gern selbst etwas mit.

PRINTS

Nach dem Vortrag gibt es ausgewählte Aufnahmen als Print, vor Ort in limitierter Stückzahl. In den Tagen nach dem Abend öffnet hier auf der Seite der Shop.

BARRIEREFREIHEIT

Der Zugang ist leider nicht barrierefrei. Vor Ort sind Helfer, die beim Reinkommen unterstützen. Meldet Euch kurz vorher, dann warten wir am Eingang.

FÜR WEN

Vorwissen braucht niemand. Wer Architektur mag, kommt auf seine Kosten, aber es ist vor allem ein Reisebericht für alle, die gern unterwegs sind und sich gute Bilder ansehen.

PLÄTZE

Die Koralle fasst nur eine begrenzte Zahl an Gästen. Wer sich vorher einträgt, kommt am Einlass zuerst rein. Ohne Eintrag klappt es meistens auch, dann solltest Du aber früh da sein. Ich will dabei sein

Die Karte wird von OpenStreetMap geladen. Dabei wird Deine IP-Adresse dorthin übertragen.

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Quellen

  1. Spomenik Database, Eintrag Tjentište: spomenikdatabase.org/tjentiste
  2. Spomen-područje Jasenovac, Liste der namentlich bekannten Opfer, Stand März 2013: jusp-jasenovac.hr
  3. Wikipedia, Monument to the Revolution (Kozara): en.wikipedia.org
  4. Neue Zürcher Zeitung, „Die Denkmäler für den Widerstand der Tito-Partisanen verfallen“, 2021: nzz.ch; SRF Kultur, „Südosteuropa verteidigt seine Mahnmale gegen die Schrottmafia“: srf.ch